Kapitel III
Des Herrn Wille – Hukam
Was ist der Wille des Herrn oder Sein Bhana?
Bhana bedeutet, das, was von Herzen gemocht wird, was gefällt oder Freude bereitet. In Punjabi wird allgemein gesagt, ‚Ich mag es und es gefällt mir, es ist mir angenehm und ist sehr gut.‘
Die Gurus in der Linie von Guru Nanak haben das Wort Bhana häufig in ihren Schriften erwähnt.
Sie dienten entsprechend den Wünschen des Herrn. Sie handelten entsprechend Seines Willens. Diejenigen, die dies taten, waren erfolgreich. Sie blieben sehr glücklich. Das ist das Glück, welches Ihm gefällt. Das ist die Größe, welche Er gut heißt. Was Er mag, erachtet Er als wahr. Er verweilt in Seinem Willen.
Führe solche Taten aus, die dem Herrn gefallen. Führe die Handlungen aus, mit denen Er zufrieden ist. Was immer dem Herrn gefällt, sollte auch von uns gewünscht werden. Daher bedeutet sich Seinem Willen ergeben, dass wir in Seinem Willen glücklich sein sollten.
Die Moslem Heiligen beschreiben es als sich Seinem Willen unterwerfen..
Solch ein Mensch sagt stets:
O Herr, was auch immer Dir gefällt, ist gut.
Ein persischer Heiliger hat gesagt:
Die Arbeit, welche nicht entsprechend unseren Wünschen erfolgreich war – es war gut, dass sie nicht erfolgreich war.
Was immer man tut, sollte getan werden, um dem Herrn zu gefallen, so dass wir Ihm lieb und teuer werden. Der Schlüssel, um Sein Wohlgefallen zu erlangen, liegt darin, entsprechend Seinem Willen zu handeln.
Ich neige mein Haupt vor den Wünschen des Geliebten.
Wir sollten bedenken, was wir tun sollten, wenn wir jemandem gefallen möchten. Die Hauptsache ist die, dass wir ihm bedingungslos gehorchen sollten. Wir sollten seine Anweisungen nicht einmal um Haaresbreite überschreiten. Schaut euch die Tiere an. Ein Hund, der die Befehle seines Herrchens versteht und nicht einmal im Entferntesten überschreitet, wird von seinem Herrchen gemocht und gehätschelt. Ein gehorsamer Sohn bereitet seinen Eltern große Zufriedenheit und Freude. Eine gehorsame Ehefrau wird von ihrem Ehemann geliebt. Ein gehorsamer Diener stellt seinen Herrn zufrieden. Gute Bürger, die sich an die Gesetze halten, sind die Quelle des Wohlgefallens ihrer Regierung. Wohin immer ihr euren Blick hinwendet, ihr werdet dies selbe Prinzip wirken sehen. Nämlich, wenn ihr jemandem gefallen wollt, setzt seine Anordnungen um. Seid zufrieden mit dem, was er will. Das ist der Weg, um glücklich zu sein und in Seinem Willen zu verweilen.
Alle Handlungen und Pflichten sollten unter dem Blickwinkel ausgeführt werden, dem Herrn zu gefallen. Guru Nanak hat in der ersten Strophe des Jap Ji Sahibs die verschiedenen Methoden betrachtet, die üblicherweise verwendet werden, um den Herrn zu erkennen. Er sagt, dass der Herr nicht in Reichweite des Intellekts oder Verstandes liegt. Er kann nicht durch das Praktizieren von Ritualen, Fasten, auferlegtem Schweigen und so weiter erkannt werden. Er kann nicht gefunden werden durch Weisheit oder Gerissenheit. Wie können wir dann voranschreiten, um Einlass zu Seiner Tür zu erlangen und Ihn zu sehen, nachdem wir den Vorhang von Maya beiseite gerissen haben?
Guru Nanak sagt, dass der Herr durch keine andere Methode erkannt werden kann, als durch die, Seinem Willen zu gehorchen und zu folgen. Dies ist das fundamentalste Prinzip.
Man kann Ihn nicht durch den Verstand erfassen, denkt man auch für Zeitalter darüber nach. Man kann durch äußeres Schweigen nicht inneren Frieden finden, und bliebe man für Zeitalter stumm. Nicht mit allem Reichtum der Welt lässt sich Zufriedenheit erkaufen, noch kann man Ihn durch alle geistige Findigkeit erreichen. Wie kann man die Wahrheit erkennen und die Wolken des Falschen durchbrechen? Es gibt einen Weg, o Nanak! Seinen Willen zu dem unseren zu machen, Seinen Willen, der bereits in unser Dasein eingewirkt ist
Jap Ji – Strophe 1,
herausgegeben von Kirpal Singh, 1894 – 1974
Die Göttliche Ausgabe, das Göttliche Gesetz und der Göttliche Wille sind drei verschiedene Aspekte der selben Realität, nämlich Bhana oder der Wille des Herrn.
Des Herrn Ausgabe ist das Resultat Seines Willens und genauso sind es Glück und Freude. Es ist durch dieses, dass Sein Gesetz wirkt. Das Göttliche Gesetz ist die materialisierte Form der Göttlichen Ausgabe. Es ist das Shabd, (der) Name oder (das) Wort.
O Nanak, der Name des Herrn ist das Gesetz. Es wird vom Meister erklärt.
Der Eine Name ist der Befehl des Herrn; o Nanak! Der Wahre Guru hat mir dieses Verständnis gegeben.
Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Sri Raag M1, S. 72
Derjenige ist gesegnet, der das Gesetz kennt. Das Wahre Shabd ist Sein Erkennungszeichen.
Nur derjenige, der das Gebot des Willens des Herrn versteht, ist anerkannt. Das Wahre Shabd des Wortes Gottes ist sein Kennzeichen und seine Insignie.
Guru Arjan Dev –
Adi Granth, Asa M5, S. 386
‚Raza‘ bedeutet, das Gesetz zu befolgen, ohne Murren oder Beschwerden und mit Freude. Raza bedeutet auf Arabisch Glück, Freude oder Wille. Die Freude des Gesetzgebers ist die primäre Erwägung. Wir sollten dem Gesetz treu bleiben, glücklich und freudig. Darin liegt das komplette Fehlen von Selbst und Egoismus. Man muss die tatsächliche Verkörperung des Göttlichen Willens werden.
Rabia Basri traf einmal zwei heilige Männer. Sie bat sie, ihr etwas über ,Razaʽ zu erzählen
Ein heiliger Mann sagte:
Welche Schmerzen und Leiden auch immer man vom Herrn erhält, man sollte sie ertragen.
Rabia Basri sagte:
Es liegt Egoismus in dieser Idee.
Der andere heilige Mann sagte:
Welche Leiden auch immer vom Herrn kommen mögen – sie sollten freudig akzeptiert werden.
Rabia sagte:
Auch dies hat einen Beigeschmack von Egoismus.
Rabia fügte dann hinzu:
Man sollte die Fähigkeit der Unterscheidung zwischen Freud und Leid, die vom Herrn kommen, verlieren und beides als Sein Geschenk betrachten.
Im Jap Ji heißt es:
Countless people suffer and are hungry. This is also Your boon, oh Bountiful Lord.
[…] viele liegen danieder, von Hunger, Not und Schmerz geplagt, die ebenfalls Deine Gaben sind, o Herr.
Jap Ji – Strophe 25,
herausgegeben von Kirpal Singh, 1894 – 1974
Diejenigen, welche in Übereinstimmung mit dem Göttlichen Gesetz oder Willen handeln, sind Bewusste Mitarbeiter mit Ihm und handeln nach seinen Bestimmungen. Das bedeutet nicht, dass man untätig herumsitzen und nichts tun soll. Er allein ist ein Handelnder, der Handlungen ausführt.
Das Problem der Beziehung zwischen Schicksal und eigener Anstrengung ist sehr verzwickt.
Es gibt eine persische Redensart:
Der Mensch beabsichtigt (etwas); Gott bestimmt (darüber).
Ein Mensch schmiedet Tausende von Plänen und setzt einige davon in die Tat um, doch das Schicksal sitzt an seiner Seite und lacht über ihn. Die Anstrengung ist das Ergebnis des Willens des Menschen. Das Schicksal hingegen ist das Ergebnis des Willens des Herrn. Was kann der Wille des Menschen gegen den Willen des Herrn ausrichten? Er hat überhaupt keine Chance.
Wie sehr man sich auch anstrengen mag, es ist vergeblich. Es geschieht nur das, was vom Herrn bestimmt ist.
Wir kommen zusammen oder trennen uns, je nach unserem Schicksal, unseren Karmas und Seinem Willen. Was immer Er will, geschieht. Niemand kann Seinen höchsten Willen behindern.
Einige erreichen die Vereinigung mit Ihm; andere gehen in Trennung. Alles, was Sein Wille ist, wird geschehen; wer sonst kann irgendetwas tun?
Einige erlangen die Vereinigung mit dem Herrn, während andere in Trennung scheiden. Was immer Ihm gefällt, wird geschehen; nichts anderes kann unternommen werden.
Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Sri Raag M1, S. 18
Sowohl die Narren als auch die Weisen sind alle mit demselben Seil gebunden. Menschliche Anstrengung ist nutzlos gegen Seinen Willen. Sein Gesetz wirkt in allen und niemand sonst ist der Handelnde.
Guru Arjan, der fünfte Guru in der Linie von Guru Nanak, sagt:
Niemand ist töricht, niemand ist weise. Was auch immer geschieht, es ist Dein Wille.
Niemand ist töricht und niemand ist klug. Dein Wille bestimmt alles; […]
Guru Arjan Dev –
Adi Granth, Maajh M5, Chau-Padas, S. 98
Was immer Du willst, geschieht. Es gibt keinen anderen, der etwas tun kann.
Was immer Ihm gefällt, wird geschehen. Es gibt keinen anderen Handelnden außer Ihm.
Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Gauri M1, S. 154
Alles geschah so, wie von Ihm gewollt; niemand sonst tat irgendetwas. Durch Seinen Willen wird die Welt getäuscht, und im Schlaf liegend, erwacht sie nicht.
Das, was Seinem Willen entspricht, ist eingetreten; niemand sonst kann etwas tun. Durch Deinen Willen, verführt durch die Illusion der emotionalen Anhaftung, schlafen die Menschen; sie wachen nicht auf.
Guru Arjan Dev –
Adi Granth, Gauri M5, S. 207
Guru Nanak hat ebenfalls gesagt:
Alles geschieht nach Deinem Willen. Das Gemüt zieht einen am Ende in den Sumpf.
Durch deinen Willen wird alles geschehen. Derjenige, der in eigensinniger Gemütshaltung handelt, ist am Ende ruiniert.
Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Asa M1, S. 356
Namdev, ein indischer Heiliger des vierzehnten Jahrhunderts, sagt im selben Sinne:
Nichts wird aus dem, was ich unternehme, entstehen. Was der Herr will, das allein ist es, was geschieht.
Ich kann nichts durch meine eigenen Handlungen ausrichten. Was auch immer der Herr bewirkt, das allein geschieht.
Namdev –
Adi Granth, Bhairo, S. 1165
Shamas-i-Tabrez sagt, dass der Mensch viele Pläne schmiedet, sich jedoch seines Schicksals nicht bewusst ist. Doch nur das geschieht, was von Gott bestimmt ist.
Du versuchst zu handeln, doch kennst dein Schicksal nicht. Nichts nützt gegen das eigene auferlegte Schicksal.
Hafiz sagt: ‚Man sollte glücklich nach Seinem Willen leben, denn uns wurde in dieser Angelegenheit kein Mitspracherecht eingeräumt.‛
Versöhne dich mit dem, was bestimmt wurde. Runzle nicht die Stirn über das, was geschieht; denn wir haben in der Angelegenheit wenig zu sagen.
Sheikh Sa' adi hat ebenfalls gesagt:
Der Pfeil des Schicksals kann nicht vermieden werden, füge dich ihm frohen Mutes.
Da es kein Entrinnen vor dem Pfeil des Schicksals gibt, kann ein Mensch nichts anderes tun, als sich in sein vorbestimmtes Schicksal zu fügen. Es ist unsere alltägliche Erfahrung, dass, wie sehr wir uns auch bemühen mögen, Erfolg oder Misserfolg nicht in unserer Hand liegen. Natürlich ist es unsere Pflicht, uns zu bemühen. Lord Krishna gab seinem Schüler Arjuna den gleichen Rat, seine Pflicht zu tun, jedoch ihre Früchte dem Herrn zu überlassen, da er keine Kontrolle über die Früchte seiner Handlungen hatte.
Eine alte Geschichte besagt, dass eines Tages ein Araber zum Propheten Mohammed sagte:
,O Prophet Gottes! Der Herr wacht ständig über uns. Was ist, wenn ich die Beine meines Kamels in der Nacht nicht festbinde und so die Wanderungen meines Kamels Ihm überlasse und mich auf Seinen Willen verlasse? Würde es irgendeinen Schaden anrichten?ʽ
Maulana Rumi hat die vom Propheten gegebene Antwort mit den folgenden Worten beschrieben:
Mit lauter Stimme sagte der Prophet: Binde die Beine des Kamels fest. Und dann verlass dich auf Gott.
Der Prophet erklärte mit Nachdruck, dass es die Pflicht des Mannes war, die Beine seines Kamels festzubinden. Erfülle deine Pflicht. Dann bleibe zufrieden mit dem Willen Gottes und überlasse Ihm das Ergebnis. Gib dein Bestes und überlasse Gott den Rest.
Der Mensch ist bis zu einem gewissen Grad frei. Darüber hinaus ist er gebunden. Wir können uns das anhand einer Veranschaulichung verdeutlichen. Ein Junge lässt einen Drachen steigen. Sein Vater hat ihm hundert oder zweihundert Yards1 Schnur gegeben. Sich selbst verbergend, behält er den Rest der Schnur bei sich. Der Junge kann den Drachen nur so weit fliegen lassen, wie die Schnur reicht, die er bei sich hat, und nicht mehr. Genauso sollten wir versuchen, so gut wir können nach unseren Kräften zu handeln und den Rest dann dem Herrn zu überlassen. Wir sollten unsere Anstrengung und unsere Intelligenz in dem Maße nutzen, wie wir können, und uns dann vor dem Willen Gottes verneigen und ihn als süß und willkommen annehmen.
(Der) Guru Granth Sahib sagt:
Lebe, indem du dich ernsthaft anstrengst. So verdiene und verweile im Glück. Indem du über den Herrn kontemplierst, begegne Ihm und vertreibe alle Sorge und Furcht.
Unternimm die Anstrengung, und du wirst leben; praktizierst du es, wirst du Frieden genießen. Wenn du meditierst, wirst du Gott begegnen, o Nanak! Und deine Ängste werden verschwinden.
Guru Arjan Dev –
Adi Granth, Var von Gudjri M5. S. 522
Marschiere vorwärts und schau nicht zurück.
Sieh nach vorne; wende dein Gesicht nicht nach hinten.
Guru Arjan Dev –
Adi Granth, Var von Maru M5, Dakhane, S. 1096
O Kabir, erledige heute, was du dir morgen vornehmen würdest. Erledige gerade jetzt, was du heute verrichten würdest.
Kabir! Das, was du morgen zu erledigen hast – führe es stattdessen heute aus; und das, was du jetzt zu erledigen hast - erledige es sofort!
Kabir Sahib –
Adi Granth, Shalok, S. 1371
O mein umherschweifendes Gemüt! Ein Fremder bist du. Wie willst du dem Herrn begegnen?
O mein umherwanderndes Gemüt, du bist wie ein Kamel – wie willst du dem Herrn, deiner Mutter, begegnen?
Guru Ram Das –
Adi Granth, Gauri M4, S. 234
Der Wille des Herrn und der freie Wille des Menschen werden viele Male in den Schriften der Gurus erwähnt. Wenn mit dem Willen des Herrn gemeint ist, dass alles, was geschieht, unausweichlich ist und dass die Bemühungen des Menschen völlig nutzlos sind, wozu waren dann die Gurus gut, Die, indem Sie Sich immer wieder verkörperten, ihre Lehren verkündeten, Sich die Mühe machten, Spirituelle Vorträge zu halten und schriftliche Werke herausgaben? Die Gurus sagen, dass es notwendig ist, dass wir unsere eigenen Anstrengungen unternehmen, aber diese sollten im Einklang mit dem Willen des Herrn erfolgen.
Es stellt sich die Frage, wie wir Seinen Willen erkennen können.
Die Gurus sagen:
Die Tugenden, die der Herr liebt, werden uns vom Meister gelehrt. Unterwirf dich dem Willen des Meisters, dann wirst du gesegnet sein. Ich verehre den Meister.
Die glorreichen Lobpreisungen des Herrn sind dem Herrn wohlgefällig; ich habe sie vom Guru erhalten. Ich bin ein Opfer, ein Opfer für diejenigen, die sich dem Willen des Gurus hingeben und (ihm) gehorchen.
Guru Ram Das –
Adi Granth, Tilang M4. S. 725
Die Göttlichen Tugenden, welche dem Herrn lieb sind, werden durch den Meister erkannt und erreicht. Der Wahre Meister ist ununterscheidbar vom Herrn, und der Wille des Herrn ist Ihm teuer.
Der allein ist ein Ergebener des Meisters, der mit dem Willen des Herrn zufrieden ist. In ihm erklingen unangeschlagene Melodien der Glückseligkeit und der Herr Selbst umarmt ihn.
Derjenige, der mit dem Willen des Herrgotts zufrieden ist, ist ein Ergebener, der Wahre Guru, der ursprüngliche Herr. Der unangeschlagene Tonstrom der Glückseligkeit erklingt und vibriert; der Herr schließt Ihn in Seine Umarmung ein.
Baba Sundar –
Adi Granth, Ramkali, Ramkali Sadd(u), S. 923
TDer Meister ist der personifizierte oder fleischgewordene Wille des Herrn. Es ist durch das Befolgen des Willens des Meisters, dass der Wille des Herrn erkannt wird. Doch dies kann nur von einem Vollendeten Meister erkannt werden.
O Herr, halte mich immer in Deinem Willen und segne mich mit der Herrlichkeit Deines Namens. Durch den Vollendeten Meister wird Dein Wille erkannt und man geht ins Gleichgewicht über.
Bitte halte mich für immer unter deinem Willen, o mein Herr und Meister; bitte segne mich mit der glorreichen Größe deines Namens. Durch den Vollendeten Guru wird der Wille Gottes offenbart; bleibe Tag und Nacht in Frieden und Gelassenheit versunken.
Guru Amar Das –
Adi Granth, Prabati M3, S. 1333
Diese Dinge werden in vielen religiösen Schriften erwähnt. Denke über sie nach, während du in der Gesellschaft einer verwirklichten Seele sitzt. Das Wichtigste ist, Zuflucht bei einem Vollendeten Meister zu nehmen und dann ohne zu zögern dem Weg zu folgen, den Er vorgibt. Seine Äußerungen sind die von Gott Selbst und Seine Anweisungen sind Gottes Anweisungen.
O Lalo, wie ich das Wort des Herrn empfange, so spreche ich es aus.
So wie das Wort des verzeihenden Herrn zu mir kommt, so bringe ich es zum Ausdruck, o Lalo.
Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Tilang M1, S. 722
Wenn jemand, indem er die Anweisungen eines Vollendeten Meisters befolgt, ihn (den Willen) versteht, wird er zum Verwalter Seines Willens. Was immer er unternimmt, führt er im Namen des Herrn aus. Der Herr wirkt durch ihn. Sein Wille wird Eins mit dem Willen des Herrn.
Der Wille und der Verstand des Menschen sind, da sie endlich sind, schwach, mangelhaft und unvollständig. Wenn wir sie mit dem Ewigen Willen und der Vollkommenen Weisheit des Herrn eins werden lassen, werden auch sie unendlich. Da das Gesetz der Harmonie im Einklang mit Seinem Willen steht, wird das Echo der Göttlichen Melodie im Menschen wahrgenommen. Der mangelhafte Wille des Menschen erwacht dann im Vollkommenen Willen des Herrn und nimmt seine Gestaltung an. Er beginnt, Seinen Willen wirklich zu verstehen und zu befolgen. Er ist nicht länger gezwungen, im Dunkeln zu tappen. Er sieht alles auf eine klare Art und Weise. Er ist von allen Täuschungen befreit.
Ich habe Seinen Willen gekostet. Ich bin von all meinen Zweifeln befreit.
Diejenigen, die an Gottes Willen Gefallen finden, entfernen (den) Zweifel aus ihrem Inneren.
Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Sri Raag M1, S. 72
Er beginnt, die Schriften zu erkennen und zu verstehen, die von Seinem Willen berichten. Er wird mit allen drei Aspekten der Zeit vertraut. Solche Menschen schweigen in der Regel, aber manchmal sagen sie in ihrer Freude etwas über die Angelegenheit.
Wir können reich oder arm sein, gesund oder krank, glücklich oder unglücklich. All diese Zustände sind Wohltaten von Ihm, ein Ergebnis unserer eigenen Karmas. Nimm sie freudig an. Sei glücklich mit Seinem Willen. Versuche, so zu handeln, wie es dir vom Meister aufgetragen wird, und befreie dich so von den Fesseln der Karmas und des Todes, durch den Namen des Herrn. Sein Wille ist Sein größtes Geschenk. Nichts übertrifft ihn. Nur wenn Er es will, gehorchen wir Ihm. Wir können einen Meister treffen, wenn es von Ihm so gewollt ist. Wir können uns auf die Wahrheit einstimmen und dann die Glückseligkeit teilen, nur wenn Er es will. Doch nur diejenigen, für die es bestimmt ist, können es erlangen.
Ich gehorche, wie Er es will. Ich erhalte Glückseligkeit, wie Er es will. Er will, und ich begegne einem Meister. Er will, und ich kontempliere über die Wahrheit. Keine Wohltat ist größer als Sein Wille. Wahrlich, dies ist die Wahrheit. Ich nehme Zuflucht bei dem Schöpfer.
Durch das Wohlgefallen an Seinem Willen inspiriert uns der Herr dazu, dem Hukam Seines Gebots zu folgen; durch das Wohlgefallen an Seinem Willen finden wir Frieden. Durch das Wohlgefallen an seinem Willen führt Er uns zu dem Wahren Guru; durch das Wohlgefallen an seinem Willen meditieren wir über die Wahrheit.
Es gibt kein anderes Geschenk, das so groß ist wie das Wohlgefallen an seinem Willen; diese Wahrheit wird gesprochen und verkündet. Diejenigen, denen ein solches Schicksal vorherbestimmt ist, praktizieren und leben die Wahrheit. Nanak hat Sein Heiligtum betreten; Er hat die Welt erschaffen.
Guru Amar Das –
Adi Granth, Maru M3, S. 1093
Wenn Er etwas will, geschieht es. Man bekommt einen Meister und man erhält den Namen Gottes.
Glorreiche Größe liegt in Gottes Willen; selten sind diejenigen, die ihn annehmen. Wenn es Seinem Willen entspricht, führt Er uns dahin, dem Guru zu begegnen.
Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Maru M1, Solhas, S. 1064
Das gesamte Universum ist durch Seinen Willen erschaffen worden. Der allein, (von) dem Er es will, liebt Seinen Willen.
Er hat durch Seinen eigenen Willen das ganze Universum erschaffen. Der, (von) dem Er (es) will, liebt Seinen Willen.
Durch Deinen Willen hast Du das ganze Universum erschaffen; diejenigen, die Du mit Deiner Gunst segnest, haben Gefallen an Deinem Willen.
Guru Amar Das –
Adi Granth, Maru M3, Solhas, S. 1064
Schmerz und Vergnügen, Ehre und Ruhm, Geburt und Tod, die Verbindung der Seele mit dem Körper, Zusammenkommen und Trennung, (der) Aufenthalt in (der) Hölle oder (im) Himmel, Wiederholungen und Buße, (das) Umherwandern in verschiedenen Gattungen, Wissen und Hingabe und (das) Überqueren des Ozeans des Universums, all das geschieht nach Seinem Willen.
Wenn Du mit mir bist, o Herr, erreiche ich alles. Wenn Du in mir verweilst, bin ich in Frieden. Wenn Du in mir verweilst, bin ich gesegnet. Durch Deinen Willen machst Du mich zum König, durch Deinen Willen zum Bettler. Nach Deinem Willen fließen Flüsse in der Wüste; nach Deinem Willen blühen Blumen am Himmel. Nach Deinem Willen durchqueren wir das Meer des Lebens, nach Deinem Willen ertrinken wir auf halbem Weg. Nach Deinem Willen lieben wir den Herrn und sind in Seiner Farbe gefärbt. Nach Deinem Willen erscheint Er schrecklich, und wir kommen und gehen immer wieder.
Wenn ich Dich habe, dann habe ich alles. O mein Herr und Meister, Du bist mein Reichtum und mein Kapital. In Dir verweile ich in Frieden; in Dir werde ich beglückwünscht. Nach dem Wohlgefallen Deines Willens schenkst Du Throne und Großartigkeit. Und nach dem Wohlgefallen Deines Willens machst Du uns zu Bettlern und Wanderern. Nach dem Wohlgefallen Deines Willens fließt der Ozean in der Wüste, und der Lotus blüht am Himmel. Nach dem Wohlgefallen Deines Willens überquert man den furchterregenden Welt-Ozean; nach dem Wohlgefallen Deines Willens versinkt man in ihm. Durch das Wohlgefallen Deines Willens wird dieser Herr zu meinem Ehemann, und ich bin durchdrungen vom Lobpreis des Herrn, dem Schatz der Tugend. Durch das Wohlgefallen Deines Willens, oh mein Ehemann (und) Herr, habe ich Angst vor Dir, und ich komme und gehe und sterbe
Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Suhi M1, Sutchaji, S. 762
Er ist der Größte von allen. Alle stehen unter Seiner Disziplin, und Er regiert alle. Alle handeln nach Seinem Willen.
Groß ist die Herrlichkeit des Unergründlichen Herrn. Durch (des) Gurus Wort sehe ich Seine Vision. Ein entrückter und innerer Friede kommt auf mich herab. Er ist der Oberherr und Sein Wille regiert über alles. Der Herr hat alles an Seinen Willen gebunden. Nanak, der Herr handelt, wie Er will.
Der Große Herr ist unzugänglich; Seine glorreiche Größe ist herrlich! Wenn ich durch das Wort des Shabd des Gurus auf Ihn schaue, blühe ich in Ekstase auf; Ruhe kehrt in mein Inneres Sein ein. Aus Sich Selbst heraus durchdringt Er alles, o Geschwister des Schicksals. Er Selbst ist der Herr und Meister von allem. Er hat sich alles untertan gemacht, und alles steht unter dem Hukam Seines Gebots. O Nanak! Der Herr handelt, wie immer es Ihm gefällt. Jeder wandelt in Harmonie mit Seinem Willen.
Kabir Sahib –
Adi Granth, Sarang, S. 1151
Das allein ist Wahres Wissen und Kontemplation, die Ihm wohlgefällig ist. Das allein ist Wahre Verehrung und Wiederholung, die Ihm gefällt.
Das allein ist Wahre Kontemplation, die von Ihm gebilligt wird. Das allein ist Wiederholung, die Ihm wohlgefällig ist. In Seinem Willen zu verweilen, ist vollkommenes Wissen.
Das, was Dir gefällt, ist Spirituelle Weisheit und Meditation. Das, was Gott gefällt, ist Chanten und Meditieren; in Harmonie mit seinem Willen zu sein, ist vollkommene Spirituelle Weisheit.
Guru Arjan Dev –
Adi Granth, Maajh M5, Chau-Padas, S. 100
Nur wenn der Wahre Herr es will, können wir Ihn mit Seinem Willen, der in unseren Herzen verankert ist, verehren. Nur ein Wahrer Ergebener weiß, was Anbetung ist, indem er ganz in Seinem Willen lebt. O Heilige, wer Gottes Willen annimmt, ist in Glückseligkeit. Am Ende ist es allein Sein Name, der einen begleitet.
Der Makellose Herr selbst inspiriert die Verehrung von Ihm; durch das Wort des Shabd des Gurus wird sie akzeptiert und anerkannt. Diejenigen, die Ihn verehren, aber den Weg nicht kennen, sind mit der Liebe zur Dualität verunreinigt. Wer Gurumukh wird, weiß, was Anbetung ist; der Wille des Herrn wohnt in seinem Gemüt. Wer den Willen des Herrn annimmt, erlangt völligen Frieden, o Sants; am Ende wird das Naam unsere Hilfe und Unterstützung sein.
Guru Amar Das –
Adi Granth, Ramkali M3, Ashtapadi, S. 910
Derjenige, welcher dem Herrn lieb ist und sich Seinem Willen unterwirft, ist erfolgreich.
Gesegnet ist, wer Dir lieb ist, möge ich ein Opfer nach Deinem Willen sein.
Nur der seltene Mensch, den der Herr und Meister mit Seiner Gnade segnet, erfährt dies. […]
Ich bin ein Opfer nach Deinem Willen.Guru Arjan Dev –
Adi Granth, Dhanasari M5, S. 676
Gesegnet sind diejenigen, die dem Willen des Herrn befolgen. Der Shabd des Gurus führt sie, und sie erreichen die Wohnstätte des Herrn.
Wer Wahre, liebevolle Hingabe tief in seinem Wesen hat, begegnet dem Herrn durch den Vollendeten Guru. Er verweilt ganz natürlich und spontan in der Heimat seines eigenen Inneren Seins. Das Naam wohnt im Gemüt des Gurumukh
Guru Amar Das –
Adi Granth, Bhairo M3, S. 1129
Mögen wir ein Opfer für denjenigen sein, der vom Herrn geliebt wird.
Derjenige, der dem Meister begegnet, kennt den Herrn. Ich bin ein Opfer für den, der sich dem Willen des Herrn unterwirft.
Der Guru kommt und trifft sie; sie allein kennen Gott. Ich bin ein Opfer für diejenigen, die ihrem Herrn und Meister wohlgefällig sind.
Guru Arjan Dev –
Ramkali M5, p. 958
Wenn jemand vom Herrn geliebt wird, vergibt der Herr Selbst ihm und vereint ihn mit Sich Selbst.
Ich bin ein Opfer für Ihn, Der vergibt und mich mit Sich Selbst vereint. Sagt Nanak, in Seinem Willen vereinigt der Herr mich mit Sich Selbst.
Er Selbst hat mir vergeben und mich mit Sich Selbst vereint; ich bin für immer ein Opfer für Ihn. O Nanak! Durch das Wohlgefallen Seines Willens hat mich mein Herr und Meister mit Sich Selbst vereinigt.
Guru Arjan Dev –
Adi Granth, Malar M5, Var von Malar, S. 1291
Diejenigen, die den Willen des Herrn lieben, werden vollendet.
Was auch immer verordnet ist, kann niemand auslöschen. Nanak, die werden vollendet, die den Willen des Herrn lieben.
Das vorherbestimmte Schicksal, das unser Herr und Meister den Sterblichen auf die Stirn geschrieben hat, kann nicht ausgelöscht werden. O Nanak! Jene demütigen Wesen sind vollendet, die mit dem Willen des Herrn zufrieden sind.
Guru Amar Das –
Adi Granth, Malar M3, Ashtapadi, p. 1276
Wer sich dem Willen des Herrn unterwirft, geht in Ihm auf. Dies ist der höchste Lobpreis des Willens.
Wer Deinen Willen annimmt, vereinigt sich mit Dir. Wer mit Deinem Willen zufrieden ist, geht in Dir auf. Glorreich ist die Unterwerfung unter Gottes Willen, aber selten ist derjenige, der sich ihm unterwirft.
Wie selten sind diejenigen, die im Einklang mit dem Willen des Herrn wandeln. Wer sich dem Willen des Herrn ergibt, findet Frieden; er findet Frieden im Willen des Herrn.
Guru Amar Das –
Adi Granth, Maru M3, Solhas, S. 1063
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Fußnote:
1) Yard: angelsächsisches Längenmaß. Ein Yard entspricht 91,44 cm.
