Der Ton ist unabhängig von den zehn vitalen Energien (Pranas)
Die Sidhas, die Yogis, fragten Guru Nanak:
Wo ist das Zuhause des Shabd, durch welches man übergesetzt wird über das Meer der Existenz? Die Luft, so heißt es, sei von zehnerlei Art, welche von diesen erhält Es aufrecht?
Wo, heißt es, verweilt das Shabd? Was wird uns über den furchterregenden Weltozean tragen? Der Atem dehnt sich beim Ausatmen zehn Fingerlängen aus; was ist die Stütze des Atems?
Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Sidha Goshti M1, S. 944
Guru Nanak antwortete:
Das Shabd ist in uns. Es ist unsichtbar; wo auch immer ich schaue, ich finde Es. Die Luft entspringt aus der Leere. Das Shabd wird durch nichts aufrechterhalten.
Dieses Shabd verweilt tief im Kern aller Wesen. Gott ist unsichtbar; wohin ich auch schaue, dort sehe ich Ihn. Die Luft ist die Wohnstätte des Absoluten Herrn. Er hat keine Eigenschaften; Er hat alle Eigenschaften.
Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Sidha Goshti M1, S. 944
Das Shabd ist in uns. Es ist unsichtbar. Wo auch immer ich hinschaue, ich sehe Es. Die Luft kommt aus der Leere, aber das Shabd wird durch nichts aufrechterhalten.
Solange wir uns nicht nach Innen wenden und uns nicht über Sushmana1, die königliche Ader, erheben, können wir Es nicht hören. Wir können nur im menschlichen Körper mit dem Shabd in Verbindung kommen.
Indem man sein Gemüt reinigt, durchquert man diese Welt. Dies geschieht durch das Reflektieren über die Quintessenz des Selbst. Diejenigen, welche dem Meister dienen, genießen Frieden und Shabd durchdringt ihr Inneres Wesen.
Derjenige, der seinen Körper reinigt, überquert den furchterregenden Weltenozean; er kontempliert das Wesen seiner eigenen Seele. Indem er dem Guru dient, findet er ewigen Frieden; tief im Inneren durchdringt ihn das Shabd und färbt ihn mit Tugend.
Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Ramkali M1, Ashtapadi, S. 908
Wenn man die körperliche Wohnstätte2 mittels des Shabd durchsucht, erlangt man die neun Schätze von Naam3.
Derjenige, der die körperliche Wohnstätte durchsucht mittels des Shabd erhält die neun Schätze von Naam.
Guru Amar Das –
Adi Granth, Ramkali M3, Ashtapadi, S. 910
Der menschliche Körper ist wie ein Radioempfangsgerät zum Hören des Shabd. Wenn wir ein Radiogerät abstimmen, beginnen wir einen Ton zu hören.
In ähnlicher Weise, wenn der Meister, Satguru, uns innerlich einstimmt, werden wir befähigt, die Göttliche Musik zu hören. Sodann, indem wir dieses (körperliche) Gerät regulieren, hören wir verschiedene Arten von Klängen.
_______________
Fußnote:
1) […] „Sushmana oder Sukhmana – der zentrale Nadi zwischen dem Ida und Pingala läuft durch die Wirbelsäule von Ende zu Ende, vom Guda Chakra zur großen Öffnung – Brahmarendra, hinter und zwischen den Augenbrauen.“ […]
Die Krone des Lebens, Teil Eins, Kapitel Zwei, 2., VI.,
Dharna als eine Form des Yoga (Mansik Yoga)
Von Kirpal Singh (1894-1974
2) Solange das physische Leben währt, ist der Körper die Wohnstätte für die Seele.
3) Die neun Spirituellen Schätze sind:
1. Bharosa - Glaube. Ein tiefer Glaube an den Herrn und die Abhängigkeit vom Herrn. Der feste Glaube an Waheguru ist die erste und wichtigste Erfahrung eines Praktizierenden von Naam.
2. Leenta - Eine absolute Verbundenheit mit dem Herrn.
3. Santokh - Zufriedenheit.
4. Bairaag - Losgelöstheit - von weltlichen Besitztümern.
5. Hukam - Akzeptanz und totale Hingabe an den Willen des Allmächtigen.
6. Sahaj - Ausgeglichenheit und Gleichgewicht des Gemüts.
7. Anand - Ewiges Entzücken und beständige Freude.
8. Vismaad - Ekstase. Freude und Verwunderung.
9. Nadar - Eine erwachte Seele betrachtet den Allmächtigen als den Hauptgrund für ihre Errungenschaften und dass ihre eigenen Anstrengungen nichts bedeuten. Diese Haltung hält das Ego weit weg von der Person.
