Ohne den Guru herrscht äußerste Finsternis

Ohne den Meister, Guru, herrscht völlige Dunkelheit. Die Realität kann nicht klar erkannt werden, weil sie jenseits des Gemüts und des Intellekts liegt. Sie drückt sich in einer unausgesprochenen Sprache aus. Doch der Meister bringt den Schüler durch Kontemplation zum Verstehen.

Ohne einen Meister bleibt man in Unwissenheit verstrickt. Falschheit erscheint als die Wahrheit und man wird darin gefangen. Es gibt keinen anderen Weg, das Ziel zu erreichen, außer durch die Gnade des Meisters.

Ohne einen Meister gibt es keinen Erfolg und man wird nicht von Anhaftung, Maya und den drei Gunas befreit.

Ohne einen Meister herrscht völlige Finsternis; ein solches Leben ist schlimmer als der Tod. Es ist wie das Ertrinken im Wüstensand, eine Tragödie in einer wasserlosen Wüste.

Ohne den Wahren Guru herrscht völlige Finsternis; sie ertrinken dort, selbst ohne Wasser.

Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Malar M1, Ashtapadi, S. 1275

Ohne einen Meister erlangt man weder Befreiung, noch kennt man das Geheimnis der Wahren Spiritualität. Was man vom Meister lernt, ist das Geheimnis des Herzens und ist praktisches Wissen. Es ist eine praktische Angelegenheit.

Ohne einen Meister herrscht völlige Finsternis. Ohne einen Meister kann man nicht verstehen. Ohne einen Meister wird die Seele nicht erkannt. Ohne einen Meister wird die Befreiung nicht erlangt. Suche einen Meister, meditiere über die Wahrheit. Wenn du einem Meister begegnest, wird das Shabd alle deine Leiden beseitigen. Lass den Meister in den Augen verweilen. Lass den Meister auf der Zunge verweilen. O! Lobpreise den Meister allezeit. Nalh Kavi hat dies gesagt. Diejenigen, die den Meister nicht gesehen haben, haben nichts vollbracht. Sie haben ihr Leben vergeudet.

Ohne den Guru herrscht äußerste Finsternis; ohne den Guru kommt kein Verständnis. Ohne den Guru gibt es kein unmittelbares Gewahrsein und keinen Erfolg; ohne den Guru gibt es keine Befreiung. Mache Ihn also zu deinem Guru und sinne über die Wahrheit nach; mache Ihn zu deinem Guru, o mein Gemüt. Mache Ihn zu deinem Guru, der im Wort des Shabd geschmückt und verherrlicht ist; all deine Sünden werden weggewaschen werden. So spricht Nall, der Dichter: Mit deinen Augen, mache Ihn zu deinem Guru; mit den Worten, die du sprichst, mache Ihn zu deinem Guru, deinem Wahren Guru. Jene, die den Guru nicht gesehen haben, die Ihn nicht zu ihrem Guru gemacht haben, sind nutzlos in dieser Welt. (In Lobpreisung von Guru Ram Das)

Bhatt Bani –
Adi Granth, Swaijas des vierten Gurus, S. 1399

Gewöhnliche Menschen befinden sich in völliger Finsternis. Wenn sie die Augen schließen, gibt es nichts als Dunkelheit. Darüber hinaus durchdringt die Dunkelheit der Unwissenheit jeden Ort. Derjenige, Der diese Dunkelheit vertreiben kann, ist der Guru.

,Guʽ bedeutet Dunkelheit und ,ruʽ bedeutet Licht: jemand, Der die Dunkelheit erhellen kann, jemand, Der uns aus der völligen Finsternis zum Licht der Wahrheit führen kann.

Der berühmte Dichter Kalidas sagt, dass der Guru Derjenige ist, Der Licht in der Dunkelheit erzeugen und einen an der Hand in die Gegenwart des Herrn führen kann.

Der Guru zeigt Licht in der Dunkelheit; er nimmt einen an der Hand in die Gegenwart des Herrn.

Wenn man sich in der Dunkelheit befindet, wird alles, was man tut, zur Ursache der eigenen Knechtschaft. Sants sagen, dass durch das Lesen oder Hören religiöser Bücher, das Ausführen formaler religiöser Praktiken und Riten, Verehrung, Wiederholung, Meditation und Lobpreisung der Tugenden Gottes nur sehr wenig gewonnen wird. Diese (Handlungen) befreien nicht von der Knechtschaft.

Kabir Sahib sagt, dass ohne einen Guru Almosen und die Wiederholung heiliger Worte nichts nützen; die Puranas und die Veden bestätigen diese Tatsache:

Das Zählen von Perlen ohne einen Guru, das Geben von Almosen ohne einen Guru, all das ist völlig nutzlos. So steht es in den Puranas und den Veden.

Ohne einen Guru sind alle Handlungen und Beobachtungen fruchtlos. Ohne einen Meister ist alle Verehrung eine Verschwendung. Solange das Innere Auge nicht geöffnet ist und man die Realität nicht kennt, kann man keine Befreiung erlangen. Daher ist es notwendig, bei einem Guru Zuflucht zu suchen, Welcher uns von den äußeren Praktiken abbringen und uns mit der Inneren Praxis von Naam verbinden kann, um unsere Seele in ihre ursprüngliche Heimat jenseits dieses niederen Universums mit seinen weiten Regionen zu führen.

Wenn wir einem Meister begegnen, wird die Dunkelheit vertrieben. Er wird allseits als strahlend präsent gesehen.

Wenn man einem Meister begegnet, wird die Dunkelheit vertrieben. Er ist gegenwärtig, wohin man auch schaut.

Durch die Begegnung mit dem Wahren Guru wird die Dunkelheit vertrieben. Wohin ich auch blicke, sehe ich, wie Er (alles) durchdringt.

Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Ramkali M1, S. 876-877

Selbst wenn es Hunderte von Monden und Tausende von Sonnen gäbe, würden unsere Augen, wenn sie kein Sehvermögen hätten, völlige Dunkelheit vorfinden. In ähnlicher Weise mag es Millionen von Lichtern auf dem Spirituellen Pfad geben, aber wenn sich unser Drittes Auge nicht öffnet, ist alles dunkel.

Der Guru Granth Sahib sagt, dass ohne einen Guru diese Lichter verborgen bleiben und die Dunkelheit fortbesteht. Der Guru öffnet unser Inneres Auge und wir beginnen, das Spirituelle Licht1 zu sehen.

Selbst wenn es Hunderte von Monden gäbe, selbst wenn es Tausende von Sonnen gibt, ohne einen Meister ist es dunkel.

Wenn hundert Monde aufgingen und tausend Sonnen erschienen, selbst mit solchem Licht herrschte ohne den Guru immer noch völlige Finsternis. (Guru Angad Dev)

Guru Nanak Dev –
Adi Granth, Var of Asa M1, p. 463

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Fußnote:

1) Spirituelle Lichter sind gelb, weiß und gold. (Quelle: Aus einem Interview von Robert Redeen mit Kirpal Singh)